Oppelmayer, Göttlesbrunn, Österreich, 2007
Unser Hof liegt im Weinbaugebiet Carnuntum, das liegt im östlichen Niederösterreich, und existiert seit 1638 – zumindest ist seit dieser Zeit der Stammbaum der Familie Oppelmayer lückenlos erhalten – und wird als Familienbetrieb hoffentlich noch in der nächsten Generation weitergeführt. […]
Die Arbeit im Weingarten sieht beim ersten Hinsehen schön und leicht aus, ist es auch – für kurze Zeit. Es ist aber so, dass ich äußerste Hochachtung für meine Leute empfinde, die im Weingarten arbeiten, weil diese Arbeit irrsinnig fad werden kann, weil sie tagelang dauert, weil man manchmal das Gefühl hat – oder meistens das Gefühl hat! –, man steht am selben Fleck. Wir haben 40.000 Weinstöcke im Betrieb, und jeder wird mehrmals im Jahr händisch gepflegt und bearbeitet. Man muss sich noch vorstellen, es geht oft bei großer Kälte, zum Beispiel der Rückschnitt im Winter, den zu 50 Prozent mein Vater durchführt, der steht dann bei jedem Wetter, bei jeder Temperatur draußen, zumindest für einige Stunden am Tag, und schneidet die Weinstöcke. Im Sommer bei 30 Grad und darüber ist es nicht weniger anstrengend, es ist schwül, es ist heiß, die Sonne knallt herunter, und man kann nur warten, dass es Abend wird. Die Arbeit muss getan werden und wird auch getan, und die Leute müssen da durch. Das ist immer wieder eine Herausforderung für alle, die damit befasst sind.